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  • Datum: 09.02.2017
  • Pressemitteilungen
  • Kunde: Creditreform Gießen

Creditreform Gießen untersucht Überschuldung in der Region

Insgesamt erfreuliche Entwicklung im Landkreis Gießen

Landkreis Gießen, 9. Februar 2017.  Die Creditreform Gießen hat die Verschuldungssituation in den Kreisen Gießen, Lahn-Dill und Marburg-Biedenkopf untersucht. Im Ergebnis liegen alle unterhalb des gesamtdeutschen Durchschnitts. Doch trotz dieses erfreulichen Resultats gibt es einige negative Ausreißer in der Region.

Im November hat der Verband Creditreform den „SchuldnerAtlas Deutschland 2016“ vorgestellt. Für die gesamte Bundesrepublik wurde eine Schuldnerquote von 10,06 Prozent gemessen. Damit sind rund 6,8 Millionen Bürger über 18 Jahre überschuldet. „Diese aktuellen Zahlen haben wir zum Anlass genommen, die Situation in dem von uns betreuten Gebiet Mittelhessen genauer zu untersuchen“, so Jan-Frieder Hain, Geschäftsführer der Creditreform Gießen.

Laut den Daten der Untersuchung liegt die Schuldnerquote in ganz Hessen bei aktuell 10,07 Prozent. Mit einem Wert von genau neun Prozent liegt der Landkreis Gießen damit sowohl unter dem Landes- als auch unter dem Bundesdurchschnitt. Erfreulich: Nach einer Quote von 9,22 Prozent im Jahr 2015 hat sie sich damit sogar leicht verbessert. Etwas höher liegt die diesjährige Schuldnerquote mit 9,53 Prozent im Lahn-Dill-Kreis. Deutlich niedriger ist sie mit 8,16 Prozent im Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Hain erläutert hierzu: „Überschuldung heißt in diesem Zusammenhang, dass eine Person ihre fälligen Zahlungsverpflichtungen in absehbarer Zeit nicht begleichen kann und ihm zur Deckung seines Lebensunterhalts weder Vermögen noch Kredite zur Verfügung stehen.“

 Foto: Anja Rahn 

Jan-Frieder Hain, Geschäftsführer der Creditreform Gießen Hain KG

Die Ergebnisse für den Landkreis Gießen sind allerdings bei weitem nicht homogen. So weist die Stadt Gießen mit 10,48 Prozent eine höhere Schuldnerquote auf und reiht sich zwischen Wetzlar mit 12,53 Prozent und Marburg mit lediglich 7,42 Prozent ein. Die höchste Quote in den Stadtgrenzen Gießens weist mit 12,17 Prozent der Postleitzahlen-Bereich 35396 (Gießen-Nord und Wieseck) auf, gefolgt vom PLZ-Bereich 35390 (Innenstadt) mit 11,52 Prozent. „Das PLZ-Gebiet 35398 umfasst dagegen neben der Gießener Weststadt mit einem vermutlich eher überdurchschnittlichen Schuldneranteil, auch die besser situierten Ortsteile Kleinlinden, Allendorf und Lützellinden. Daher hat der Gesamtwert von 9,99 Prozent des PLZ-Gebiets 35398 leider nur eine begrenzte Aussagekraft“, erläutert Hain die Daten. „Erfreulich ist, dass wir seit den ersten Erhebungen im Jahr 2004 in allen PLZ-Gebieten der Stadt Rückgänge verzeichnen können. Im letzten Jahr setzte sich dieser Trend mit Rückgängen zwischen 0,57 und 1,17 Prozentpunkten fort. Besonders positiv ist die Entwicklung in der Innenstadt. Dort verringerte sich die Überschuldung seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2004 um fast drei Prozentpunkte“, so der Experte weiter.

Deutlich besser stellt sich die Situation in einigen Gemeinden in unmittelbarer Nachbarschaft der Stadt Gießen dar. Die niedrigsten Schuldnerquoten des gesamten Kreises verzeichnen Biebertal (6,02 Prozent), Fernwald (6,43 Prozent) und Heuchelheim (6,64 Prozent). Die größte Verbesserung im Landkreis mit einem Rückgang um 0,94 Prozentpunkte weist Grünberg auf, den höchsten Anstieg mit 0,68 Prozentpunkten Rabenau, das mit einer Quote von 7,56 Prozent ansonsten eher im Mittelfeld der verglichenen Gemeinden liegt.

Auffällig: Statistisch gesehen, sind überdurchschnittlich häufig Männer im Alter zwischen 30 und 59 Jahren verschuldet. Den Höchstwert erreichen dabei Männer in der Stadt Gießen zwischen 40 und 49 Jahren mit einer Quote von 18,94 Prozent. Bei den Frauen finden sich die meisten Verschuldeten unter den 30- bis 39-Jährigen. Hier sind elf Prozent überschuldet. Konkret: In bestimmten Altersgruppen ist fast jeder fünfte Mann und etwas mehr als jede zehnte Frau überschuldet.

Einen der Hauptgründe für Privathaushalte, in eine solche Situation zu kommen, sieht Hain in den sogenannten „prekären Beschäftigungsverhältnissen“. Sie ließen zwar die Arbeitslosenquote sinken, doch reichten die erzielten Einkünfte in der Regel nicht aus, um einer Überschuldungssituation zu entkommen.

Besorgt zeigt sich der Creditreform-Geschäftsführer, dass bundesweit gesehen gerade die Überschuldung im Alter stark zunimmt. So beträgt der Zuwachs seit 2013 in der Gruppe der über 70-Jährigen 57,7 Prozent, bei den 60- bis 69-Jährigen 20,4 Prozent. Insbesondere durch mangelhafte Rentenvorsorge könne die Gefahr der Altersarmut weiter wachsen, warnt Hain.


Die Creditreform Unternehmensgruppe agiert als Wirtschaftsauskunftei und Inkasso-Dienstleister sowie in anderen Geschäftsfeldern. Ein Unternehmen ist nicht Kunde, sondern Mitglied bei einem der lokalen Vereine Creditreform. Die 130 regionalen Vereine in Deutschland sind unter dem Dach des „Verbandes der Vereine Creditreform e. V.“ mit Sitz in Neuss zusammengeschlossen und führen 123.000 Unternehmen als Mitglieder. Mit 176 Geschäftsstellen in Europa ist Creditreform eine der größten Wirtschaftsauskunfteien.

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